Givve Lunch Alternative: Essenszuschuss Karten richtig einordnen
Kurzantwort
Givve Lunch ist eine Kartenlösung für den Essenszuschuss, die eine einfache Nutzung ermöglicht.
Essenszuschuss-Alternativen sind vor allem App-basierte Lösungen oder kombinierte Systeme, die eine genauere steuerliche Abbildung und höhere Flexibilität bieten.
Givve Lunch Alternative: Wie die Lösung einzuordnen ist
Givve bietet zwei verschiedene Kartenlösungen: eine für den Essenszuschuss (Givve Lunch) und eine für den steuerfreien Sachbezug.
Welche steuerfreien Benefits es gibt und wie sich diese voneinander unterscheiden, erfahren Sie hier:
👉 Steuerfreie Mitarbeiterbenefits – Einordnung & Überblick
Vergleich aller im Markt verfügbaren Essenszuschuss-Lösungen und Modelle:
👉 Essenszuschuss Vergleich

Was ist die Givve Essenszuschuss Karte (Lunch Card)?
Givve Lunch ist eine Kartenlösung für den Essenszuschuss.
Einordnung:
- gehört zum Modell Essenszuschuss Karte
- Zahlung bei geeigneten Akzeptanzstellen
- technische Steuerung über Genehmigung von Zahlungstransaktionen (z. B. Händlerkategorien / MCC)
Details:
👉 Essenszuschuss Karte
Andere Anbieter von Essenszuschuss Karten:
- Lieferando Pay Card
- Paycenter
- Recardy
Abgrenzung zur Givve Sachbezugskarte
Neben Givve Lunch bietet Givve auch Karten für den steuerfreien Sachbezug an.
Wichtig:
- Steuerfreier Sachbezug = monatliches Guthaben (max. 50 €) mit großer Flexibilität
- Essenszuschuss = arbeitstäglicher Zuschuss für Mahlzeiten
In der Praxis werden beide Benefits gelegentlich vermischt.
Einordnung und Alternativen zur Sachbezugskarte von Givve:
👉 Givve Card – Sachbezugskarte und Essenszuschuss Karte
Wie Givve Lunch funktioniert
Ablauf:
- Arbeitgeber lädt Guthaben auf die Karte
- Mitarbeitende bezahlen damit (mit täglichem Limit)
- Bezahlung wird technisch auf Geschäfte mit definierter Händlerkategorie eingeschränkt (z. B. auf Gastronomie)
Wichtig:
Die Logik im Steuerrecht basiert nicht auf der Frage, wo die Zahlung erfolgte,
sondern ob sie tatsächlich für eine begünstigte Mahlzeit eingesetzt wurde.
Kosten von Kartenmodellen für den Essenszuschuss
Kartenlösungen wie Givve Lunch bestehen typischerweise aus:
- monatlicher Gebühr pro Mitarbeitendem
- zusätzlicher Aufladegebühr (häufig ca. 2 % des Ladebetrags)
Beispiel:
- 115 € Aufladung → ca. 2,30 € Gebühr
- 150 € Aufladung → ca. 3 € Gebühr
Wichtig:
Die Gebühren steigen mit dem aufgeladenen Betrag – insbesondere bei Modellen mit höherem Tageslimit.
Der entscheidende Punkt: Zahlung ≠ steuerlicher Nachweis
Dass Givve die Kartenzahlungen auf Grund der Händlerkategorie von Mastercard/VISA genehmigt, bedeutet nicht automatisch, dass die steuerlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Üblicherweise ist die Bezahlung für folgende Händlerkategorien erlaubt:
- Restaurants
- Fast Food Restaurants / Imbiss
- Bäckereien mit Zusatzsortiment
- Metzgereien
- Cafés
Der Arbeitgeber kann diese Einstellungen teilweise anpassen.
Das Problem:
Es ist nicht eindeutig nachvollziehbar, ob in den genehmigten Geschäften tatsächlich sofort verzehrbare Mahlzeiten erworben wurdeb. Ohne Beleg kann nicht nachgewiesen werden, ob beispielsweise statt dessen
- Lebensmittel auf Vorrat
- Pfandartikel
- Alkohol
bezahlt wurden.
Folge:
👉 Dem Arbeitgeber fehlt der Nachweis für die Einhaltung der steuerrechtlichen Anforderungen.
Steuerliche Einordnung der Kartenlösung
Kartenlösungen wie Givve Lunch können grundsätzlich steuerlich korrekt eingesetzt werden.
Voraussetzung:
- Beschränkung auf Geschäft, die ausschließlich sofort verzehrbare Mahlzeiten anbieten (Pflegeaufwand bei sich veränderndem Sortiment)
- maximal ein Zuschuss pro Arbeitstag
- Einhaltung der steuerlichen Rahmenbedingungen
Alternativ:
- nachträglicher Beleg-Upload bei den Geschäften, die mehr als sofort verzehrbare Mahlzeiten anbieten
Praktische Herausforderung
In der Praxis fehlen häufig:
- detaillierte Belege
- klare Produktzuordnung
- eindeutige Dokumentation
Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen:
- einfacher Nutzung
- und steuerlicher Nachweisbarkeit
Empfehlung zur steuerlichen Absicherung
Bei Kartenlösungen wie Givve Lunch hängt die steuerliche Beurteilung stark von der konkreten Umsetzung beim Arbeitgeber und von der Einschätzung des lokalen Finanzamts ab.
Zur Vermeidung von Steuerrisiken empfiehlt es sich daher, die gewählte Lösung vorab mit dem Finanzamt abzustimmen – z. B. über eine Anrufungsauskunft nach § 42e EStG.
Pauschalsteuer beim Essenszuschuss: Potenzial für Kostenreduzierung und praktische Umsetzung
Kartenlösungen wie Givve Lunch können die Pauschalsteuer für den Arbeitgeber reduzieren,
wenn die Zuzahlung der Mitarbeitenden berücksichtigt wird.
Beispiel:
- bis zu 15 Zuschüsse pro Monat
- Reduktion der Pauschalsteuer um ca. 18 € pro Mitarbeitendem monatlich möglich
Voraussetzung:
Der Arbeitgeber lädt ein höheres Tageslimit auf (z. B. 15 €),
sodass die Zuzahlung technisch abgebildet werden kann.
Praktische Auswirkungen
1. Höhere Kosten
- Aufladung über dem maximalen Zuschuss des Arbeitgebers (max. 7,67 €)
- zusätzliche Gebühren (z. B. prozentual auf den Ladebetrag)
2. Deutlich komplexere Abrechnung
Die Zuzahlung des Mitarbeiters muss verarbeitet werden:
- Verrechnung über die Lohnabrechnung
- Einbehalt oder Rückzahlung nicht genutzter Beträge
👉 Ohne Schnittstelle zur Lohnabrechnung entsteht hier schnell erheblicher manueller Aufwand.
Zusätzlich sollte die Umsetzung auch arbeitsrechtlich sauber geregelt sein.
Vergleich zu anderen Modellen
Givve Lunch gehört zum Modell der Essenszuschuss Karten.
Daneben gibt es im Markt noch folgende Modelle zur Umsetzung:
Essenszuschuss App
Beispiele:
- Hrmony
- Probonio
- Lunchit
Vorteile:
- maximale Flexibilität
- exakte Belegprüfung
- höhere steuerliche Sicherheit
- Pauschalsteuer-Reduzierung bei Mitarbeiter-Zuzahlung
Nachteile:
- höherer manueller Aufwand durch Beleg-Upload
- Betrugsrisiko bei eingereichten Belegen
Details:
👉 Essenszuschuss App
Essenszuschuss Lieferdienst
Beispiel:
- Lieferando
- Wolt
- UberEats
Vorteile:
- klare Nutzung
- einfache Abwicklung
Nachteile:
- eingeschränkte Flexibilität bei der Auswahl
- aufwändige Abrechnung, wenn keine Schnittstelle besteht
Details:
👉 Essenszuschuss Lieferdienst
Einordnung der Essenszuschuss Lösung von givve
Givve Lunch ist eine moderne und praktikable Lösung.
Gleichzeitig gilt:
Es handelt sich um ein einzelnes Essenszuschuss Modell, das nicht alle Anforderungen abdeckt. Insbesondere das steuerrechtliche Risiko muss betrachtet werden.
Kombinierte Benefit-Karten als Sonderfall
Andere Anbieter einer Essenszuschuss Karte kombinieren Essenszuschuss und Sachbezug in einer Karte.
Vorteil:
Die Zuzahlung des Mitarbeiters kann direkt über das Sachbezugs-Guthaben erfolgen.
Dadurch entfällt häufig:
- Verrechnung über die Lohnabrechnung
- Handling eines kurzfristigen „Kredits“ an Mitarbeitende
- nachträgliche Zahlungsflüsse
👉 Ergebnis:
- deutlich geringerer administrativer Aufwand für den Arbeitgeber
- sauberere Umsetzung in der Praxis
Hier werden die verschiedenen Ansätze detailliert erläutert:
-> Essenszuschuss Guthabenkarte – Modelle & Anbieter Vergleich
Wann eine Alternative sinnvoll ist
Eine Ergänzung oder Weiterentwicklung ist sinnvoll, wenn:
- unterschiedliche Arbeitsmodelle berücksichtigt werden müssen, z.B. auch eigene Kantinen an einzelnen Standorten
- steuerliche Anforderungen präziser abgebildet werden sollen
- Nachweise eine größere Rolle spielen
Struktur statt Einzelmodell
Die Herausforderung liegt meist nicht im Anbieter, sondern in der Struktur des jeweiligen Benefit-Modells.
Ein strukturierter Ansatz sorgt dafür, dass Essenszuschuss und weitere Benefits nicht isoliert nebeneinander laufen, sondern in einer gemeinsamen Logik zusammengeführt werden – mit nur einer Schnittstelle zur Lohnabrechnung.
Ein Beispiel für eine solche anbieterneutrale Umsetzung ist NettoBooster:
- verschiedene Essenszuschuss Modelle möglich
- Essenszuschuss und Sachbezug kombiniert
- weitere Benefits integrierbar
- zentrale, einheitliche Übergabe an die Lohnabrechnung
👉 Ziel:
nicht einzelne Lösungen ersetzen, sondern sinnvoll verbinden.
Wie verschiedene Essenszuschuss-Modelle kombiniert werden können:
👉 Essenszuschuss mit neutraler Multi-Benefit-Plattform umsetzen
Fazit
Givve Lunch ist eine einfache und moderne Lösung für den Essenszuschuss.
Entscheidend sind jedoch nicht allein die Eigenschaften der Karte selbst, sondern die Frage,
ob sie die Anforderungen des Unternehmens vollständig abbildet.
In der Praxis zeigt sich:
- einfache Nutzung steht oft im Spannungsfeld zur Sicherheit im Steuerrecht auf Grund der fehlenden Nachweise
- steuerliche Optimierung erhöht Komplexität und Kosten
- zusätzliche Benefits verstärken den Koordinationsaufwand
Die beste Lösung entsteht daher häufig nicht durch den Wechsel eines einzelnen Essenszuschuss-Anbieters,
sondern durch eine strukturierte Kombination von Modellen und Benefits in einer anbieterübergreifenden Benefit-Plattform.
Überblick zur Einordnung:
👉 Essenszuschuss Vergleich
❓ FAQ Givve Lunch Essenszuschuss Karte und Alternativen
Ist Givve Lunch eine Essenszuschuss-Lösung?
Ja, als Kartenmodell für den Essenszuschuss.
Ist die Nutzung der Givve Essenszuschuss Karte steuerrechtskonform?
Das kommt auf die Konfiguration und Nutzung der Lösung an. Problematisch ist der fehlende Nachweis, dass mit der Karte nur sofort verzehrbare Mahlzeiten bezahlt wurden (kein Alkohol, keine Pfandartikel, keine Zutaten).
Wie kann man mit Givve Lunch die Pauschalsteuer reduzieren?
Ja, durch Berücksichtigung der Zuzahlung vom Mitarbeiter – allerdings mit höherem Aufwand.
Braucht man beim Essenszuschuss Belege?
Je nach Modell kann zusätzliche Dokumentation erforderlich sein.
Was ist die Alternative zur Givve Essenszuschuss Karte?
Apps zum Beleg-Upload oder kombinierte Benefit-Lösungen.